7 Tipps zum Wandern in Idar-Oberstein und Herrstein: Traumschleifen im EdelSteinLand!

Auf Traumschleifen im EdelSteinLand wandern: 7 tolle Tipps für ein verlängertes Wochenende in Idar-Oberstein und Herrstein!

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Premiumwandern im EdelSteinLand: Idar-Oberstein und Herrstein laden mit abwechslungsreichen Premium-Wanderwegen, „Traumschleifen“ genannt, in die Region Hunsrück-Nahe ein. Auch einige Etappen vom beliebten Mehrtageswanderweg Saar-Hunsrück-Steig führen durch das EdelSteinLand. Den Namen EdelSteinLand trägt die Region aufgrund des riesigen Vorkommens der durchsichtigen Minerale, die über Jahrhunderte in und rund um Idar-Oberstein abgebaut und verarbeitet wurden.

Edelsteine: Davon gibt es im EdelSteinLand zwischen Idar-Oberstein und Herrstein zahlreiche!

Das Deutsche Mineralienmuseum sowie das Deutsche Edelsteinmuseum bieten ebenso Einblicke in die Welt der beliebten Edelsteine wie Europas einzige, für Besucher geöffnete Edelsteinmine Steinkaulenberg. Sehenswert sind im EdelSteinLand weiterhin das Industriedenkmal Bengel, die berühmte Felsenkirche, Schloss Oberstein sowie die mittelalterliche Altstadt von Herrstein. Viele dieser Sehenswürdigkeiten liegen direkt an den Wanderwegen: Wir geben euch nun 7 tolle Tipps für ein verlängertes Wochenende im EdelSteinLand Idar-Oberstein und Herrstein.

EdelSteinLand: Zwischen Idar-Oberstein und Herrstein wandern

1. Wo genau befindet sich das EdelSteinLand?
2. 7 Tipps für das Wandern in Idar-Oberstein und Herrstein

2.1 Traumschleife Mittelalterpfad Herrstein

2.1.1 Start: Herrstein Altstadt
2.1.2 Römische Straße
2.1.3 Rabenkanzel
2.1.4 Jammereiche
2.1.5 Aussichtspunkt Sonnschied und Aussichtsturm
2.1.6 Einkehr-Tipp: Zehntscheune
2.1.7 GPS-Track

2.2 Traumschleife Rund um die Kama

2.2.1 Start: Kammerhof
2.2.2 Hoppstätter Achatschleife
2.2.3 Felswand Kammerwoog-Krechelsfels
2.2.4 GPS-Track

2.3 Traumschleife Nahe-Felsen-Weg

2.3.1 Start: Schlossweiher
2.3.2 Schattenreicher Waldabschnitt mit Aussicht
2.3.3 Gefallener Fels
2.3.4 Burg Bosselstein, Schloss Oberstein, Felsenburg
2.3.5 GPS-Track

2.4 Felsenkirche
2.5 Schloss Oberstein
2.6 Industriedenkmal Bengel
2.7  Edelsteinminen Steinkaulenberg

3. Kulinarik im EdelSteinLand 

1. Das EdelSteinLand: Idar-Oberstein und Herrstein

Für ein verlängertes Wochenende ging es für uns ins EdelSteinLand nach Idar-Oberstein und Herrstein. Eine Region, die geprägt ist durch Edelsteine und Schmuck. Denn schon vor Jahrhunderten wurden hier wunderschöne Edelsteine gefunden und zu Schmuck verarbeitet: Achat, Amethyst, Jaspis, Bergkristall und Rauchquarz sind die Minerale, die der Region zu Weltruhm verhalfen. Denn weltweit wreden Schmuckstücke mit Edelsteinen aus Idar-Oberstein ausgeliefert.

Die Felsenkirche in Idar-Oberstein ist das Wahrzeichen der Stadt.
Die Edelsteinminen Steinkaulenberg sind die einzigen für Besucher zugänglichen in ganz Europa.

Das EdelSteinLand befindet sich in Rheinland-Pfalz und somit in einer besonders unter Wanderern beliebten Region. Zahlreiche, auch als Premiumwanderwege zertifizierte Traumschleifen laden hier zum ausgiebigen Wandern ein. Drei von diesen Traumschleifen stellen wir euch nun ebenso vor wie einige der Sehenswürdigkeiten entlang der Strecken im EdelSteinLand.

Wanderwege im EdelSteinLand: Ausschilderungen der Traumschleifen und des Saar-Hunsrück-Steig.
Traumhafte Aussicht von der Traumschleife Mittelalterpfad in Herrstein im EdelSteinLand.

Als Ergänzung zum Bewandern der Wege sind u.a. die Besuche der Edelsteinminen Steinkaulenberg, der Felsenkirche, Schloss Oberstein und natürlich der historischen Altstadt von Herrstein empfehlenswert. Besondere kulinarische Erlebnisse der Region sind u.a. der leckere Spießbraten und gefüllte Klöße, die ihr unbedingt probieren solltet!

2. 7 Tipps für das Wandern im EdelSteinLand zwischen Idar-Oberstein und Herrstein

Als Ausgangspunkt für Unternehmungen und Wanderungen im EdelSteinLand bietet sich Idar-Oberstein an. Es gibt zahlreiche Busverbindungen und direkte Bahnverbindungen von/ab Mainz Hbf oder auch dem Frankfurter Flughafen. Vom Bahnhof aus könnt ihr viele Traumschleifen und Attraktionen mit dem ÖPNV erreichen. Es gibt richtig viele Wanderwege zu erkunden: Aktuell sind es über 114 Traumschleifen in der Region Mosel, Rhein, Saar und Nahe, die auf 6 bis 20 km Streckenlänge erwandert werden dürfen.

2.1 Traumschleife Mittelalterpfad Herrstein

Die aussichtsreiche Traumschleife Mittelalterpfad führt uns ins mittelalterliche Herrstein. Der Rundwanderweg kommt auf eine Länge von ca. 8,4 km und kann in 3,5 Stunden erwandert werden. Dabei erkraxelt ihr moderate 270 Höhenmeter. Zusätzlich Zeit einplanen solltet ihr in jedem Fall für den Bummel durch die Kopfsteinpflastergassen des malerischen Herrsteins. Zum Schluss bietet sich eine Einkehr in der Zehntscheune an.

2.1.1 Highlight im EdelSteinLand: Mittelalterliches Herrstein

Gut 10 km von Idar-Oberstein entfernt liegt mit Herrstein ein malerisches Kleinod. Über 60 alte Bürgerhäuser sorgen für eine tolle Mittelalteratmosphäre. Uhrturm, Schinderhannesturm, der alte Wehrgang, Hankelbrunnen und natürlich die oberhalb des Ortes thronende, kleine Burg prägen den Charakter des pittoresken Ortskerns.

Bei einem Besuch Herrsteins fühlt ihr euch einige hundert Jahre zurückversetzt. An den vielen, gut erhaltenen Fachwerkhäusern sind teilweise Tafeln angebracht, die Informationen zum Alter der Gebäude, ihrer Besitzer und Geschichte geben. Idyllisch geht es auch am Hankelbrunnen zu. Ein Ort zum Verweilen! Die besten Aussichten auf Herrstein gibt es nach einigen Metern Aufstieg zur Burg Herrstein und Schlosskirche.

An der Burg Herrstein befinden wir uns auch schon auf der Route der Traumschleife Mittelalterpfad. Perfekt ausgeschildert, folgen wir einfach der Wegmarkierung.

2.1.2 Traumschleife Mittelalterpfad: Römische Straße

Für ein kurzes Teilstück führt die Route vom Mittelalterpfad durch ein Waldstück. Schnell verlassen wir dieses und befinden uns in einer Feld- und Wiesenlandschaft mit Weitblick. Zumindest bei guten Wetterverhältnissen könnten wir weit sehen: Wir haben Nieselwetter erwischt. Und somit sind die Aussichten ein wenig eingeschränkt.

Wir folgen der Traumschleife Mittelalterpfad und wandern entlang der Römischen Straße. Schon lange vor dem Mittelalter siedelten hier Kelten und Römer, von deren Siedlungen zahlreiche Reste in der Region gefunden wurden. Abwechselnd wandern wir dann durch Wald- und Feldabschnitte. Über eine schmale Brücke wird der Hosenbach überquert.

Eine Infotafel gibt Auskunft darüber, dass die heiliggesprochene Hildegard von Bingen hier einst in Niederhosenbach lebte. Da wundern dann auch die zahlreichen Wegmarkierungen vom Hildegard-von-Bingen-Wanderweg nicht. Ein Fernwanderweg mit einer Länge von ca. 135 km Wegstrecke über 8-10 Tagesetappen. Und eine dieser führt teilweise über die Strecke des Mittelalterpfades.

2.1.3 Rabenkanzel

Zum Wegpunkt Rabenkanzel steigen wir einige Höhenmeter entlang zahlreicher Heidesträucher bergauf. Es erwartet uns ein kleines Felsenmeer mit einem schönen Blick über die uns umgebenen, fast schon herbstlich gefärbte Baumlandschaft.

Eigentlich ist noch Hochsommer; die wenigen Regentage in den Wochen zuvor jedoch haben aus der Landschaft eine bräunliche Herbstlandschaft mit trockener Heide geschaffen. Abermals wird das Waldstück verlassen und wir erreichen mit der Jammereiche den nächsten schönen Aussichtspunkt.

2.1.4 Aussichtspunkt Jammereiche

An der bereits einige jahrhundertealten Jammereiche warten ein Rastplatz und eine Himmelsliege auf uns. Und so langsam scheint es auch Petrus gut mit uns zu meinen: Die Sonne lässt sich langsam blicken und der Himmel erscheint zunehmend bläulicher.

Innerhalb weniger Minuten bricht der Himmel auf und wir fragen uns, ob wir eigentlich Sonnencreme in den Rucksack eingepackt haben. Denn zwischen Feldern und Wiesen dürfen wir auf der Traumschleife Mittelalterpfad nun zum vielleicht schönsten Aussichtspunkt der gesamten Wanderung wandern: dem Aussichtspunkt Sonnschied.

2.1.5 Traumschleife Mittelalterpfad Herrstein: Aussichtspunkt Sonnschied

Auf einer Anhöhe erreichen wir diesen tollen Aussichtspunkt. In alle vier Richtungen wird ein fantastischer Panoramablick geboten.

Und nur wenige Minuten später erreichen wir dann einen kleinen Aussichtsturm mit Rastplatz und Schutzhütte. Die wenigen Stufen geht es den Turm hinauf und es darf der nächste Blick in die Ferne geworfen werden.

Vom Aussichtsturm aus führt die Route des Mittelalterpfads bergab nach Herrstein. Und wer hier nun Hunger verspürt, der kehrt am besten in der Zehntscheune ein.

2.1.6 Traumschleife Mittelalterpfad Herrstein: Einkehr-Tipp Zehntscheune

Die Zehntscheune liegt mitten im Ort und weiß mit regionaler Küche zu überzeugen. Hunsrücker Saumagen, Kartoffelwurst, gefüllte Klöße: Die Speisekarte hat so einiges an Spezialitäten zu bieten. Das historische Fachwerkgebäude stammt aus dem Jahr 1525. Einst wurde hier ein Zehntel der Ernte als Abgabe entrichtet, daraus resultiert der Name „Zehntscheune“.

Hausgemachte Kuchen und Torten ergänzen das Angebot. Frisch gestärkt geht es auf den Rückweg nach Idar-Oberstein. Nahe der Tourist-Info in Herrstein steigen wir in den nächsten Bus und fahren zurück zum Bahnhof von Idar-Oberstein.

2.1.7 GPS-Track Traumschleife Mittelalterpfad Herrstein

2.2 Im EdelSteinLand wandern: Traumschleife „Rund um die Kama“

Etwa 20 Minuten Fußweg vom Ortskern Idar-Obersteins beginnt die ca. 6,2 km lange Traumschleife „Rund um die Kama“. Der Wanderweg führt durch das Naturschutzgebiet Kammerwoog-Krechelsfels. Abwechselnd führt die Route mal an der Nahe entlang, dann wieder an steilen Felswänden. Diese Traumschleife kann gut in 2 Stunden erwandert werden, dabei ersteigt ihr ca. 240 Höhenmeter. Perfekt für eine Halbtagestour oder Wanderung mit Kindern.

2.2.1 Traumschleife „Rund um die Kama“: Start Kammerhof

Start dieser Tour ist das Restaurant Kammerhof. Praktisch: Da es sich bei den Traumschleifen um Rundwanderwege handelt, kann im Anschluss an die Wanderung im Kammerhof eingekehrt werden. An einem Torbogen prangt die Schrift „Rund um die Kama“ und wir legen gleich einmal die ersten Höhenmeter zurück. Für ein Teilstück verläuft die Route auf jener des 41 km langen Nahesteigs, sodass direkt zwei Wegmarkierungen ins Auge fallen.

Das Wetter ist auch heute nicht auf unserer Seite: Von Sonnenschein keine Spur, dafür jedoch regnet es zumindest nicht. Der Weg führt häufig über schmale Pfade und an einigen Stellen sind Abstecher zum Naheufer möglich.

Nach einer guten halben Stunde erreichen den Wegpunkt Hoppstätter Achatschleife.

2.2.2 Hoppstätter Achatschleife

Im Jahr 1850 wurde in der Hoppstätter Achatschleife, direkt am Naheufer, eine Schleiferei errichtet, von der noch einige Überreste vorhanden sind.

Ins Auge fällt weiterhin die markante blaue Brücke, die über die Nahe führt. In ca. einer Stunde werden wir diese auch überqueren. In Serpentinen wandern wir bergauf und gelangen zu den Überresten der einstigen „Villa Rustica“. Die Villa Rustica existierte wohl vom 1. bis zum 3. Jahrhundert. Zahlreiche Funde von Keramikscherben, Schieferplatten, Eisenbeschlägen, eiserne Schlüssel sowie Fragmente von Weinamphoren lassen diesen Rückschluss zu.

An der Schutzhütte laden mehrere Sitzbänke zu einer Rast ein. Nach einem Schluck Wasser aus unserer Trinkflasche setzen wir die Tour fort und können die schönen Aussichten auf Enzweiler und Hammerstein genießen. Auf schmalen Waldpfaden wandern wir weiter auf der Traumschleife Rund um die Kama und steigen zum Naheufer ab.

2.2.3 Imposante Felswand Kammerwoog-Krechelsfels

Vor uns befindet sich nun die imposante Felswand Krechelsfels, Namensgeberin des gleichnamigen Naturschutzgebietes. Als Kammerwoog wird die Uferregion der Nahe in Oberstein bezeichnet; im Volksmund kurz „Kama“. Jetzt wissen wir also auch, woher der Name der Traumschleife stammt!

Eine Straßenbrücke wird unterquert und wir erreichen die Nahe-Stauwehr Idar-Oberstein. Wenige Meter später darf im Kammerhof zu regionaler Küche eingekehrt werden.

Mit rund 2 Stunden Gehzeit ist die Traumschleife „Rund um die Kama“ vergleichsweise kurz. Unser Tipp: Im Anschluss an die Wanderung bieten sich z.B. Besuche der Edelsteinminen Steinkaulenberg, der Felsenkirche oder des Industriedenkmals Bengel an!

2.2.4 GPS-Track Traumschleife Rund um die Kama

2.3 In Idar-Oberstein wandern: Traumschleife Nahe-Felsen-Weg

Die Traumschleife Nahe-Felsen-Weg ist mit ihren knapp 9 km Länge und 400 Höhenmetern schon ein wenig anstrengender als die vorherigen Traumschleifen. Wer die Tour im Ortszentrum von Idar-Oberstein startet, kann nochmals gut 100 Höhenmeter Auf- sowie Abstieg hinzurechnen. Für die 9 km lange Traumschleife Nahe-Felsen-Weg sollten 4 Stunden Gehzeit eingeplant werden. Hinzu kommt ggf. noch ein wenig Zeit für den Besuch vom Schloss Oberstein und einer dortigen Einkehr und der berühmten Felsenkirche, die im Rahmen einer Führung besichtigt werden darf.

2.3.1 Traumschleife Nahe-Felsen-Weg: Start am Schlossweiher

Der offizielle Startpunkt der Traumschleife Nahe-Felsen-Weg befindet sich am Schlossweiher. Hier befindet sich auch ein Wanderparkplatz für Autofahrer. Wer vom Ortszentrum Obersteins aus startet, erreicht bereits Felsenkirche und Schloss Oberstein, sodass diese zu Beginn der Wanderung besucht werden können. Den Besuch dieser heben wir uns jedoch für den Schluss der Wanderung auf.

Die ersten Kilometer des Weges verlaufen abwechselnd über breite, gut zu wandernde Waldwege und schmale Waldpfade. Entlang des Weges gibt es mehrere Stationen mit Info-Tafeln, die Auskunft über die jeweiligen Wegpunkte und ihre Besonderheiten geben.

Am heutigen Tag wird schnell klar: Es wird ein feuchtes Vergnügen geben. Nicht des Weges wegen, der uns zwischenzeitlich auch kurz zum Nahe-Ufer führt. Sondern wegen des schlechten Wetters. Fast fortwährend nieselt es mehr oder weniger: richtiges Herbstwetter, und das im August!

2.3.2 Waldabschnitt mit Aussicht auf Oberstein

Auf der ersten Hälfte der Traumschleife Nahe-Felsen-Weg geht es noch recht entspannt zu. Nur wenige Höhenmeter werden erstiegen; wir steigen auch bis zum Naheufer hinab. An einer Aussichtsplattform ist eine Himmelsliege aufgebaut, von der wir einen tollen Blick auf Oberstein werfen können.

Warum sich diese Traumschleife „Nahe-Felsen-Weg“ nennt, das wird schnell klar. Auf und entlang des Weges sind zahlreiche Felsen und Steine zu sehen. Häufig führt auch der Wanderweg selbst über kleinere Felspassagen. Das merken wir vor allem auf der nun folgenden zweiten Hälfte der Traumschleife Nahe-Felsen-Weg, auf der es jetzt vor allem eins geht: bergauf!

2.3.3 Traumschleife Nahe-Felsen-Weg: Gefallener Fels

Meter für Meter kraxeln wir nun am Altenberg und Heinzenberg bergauf. Die Wegweiser führen den Wegpunkt „Gefallener Fels“ auf, den wir nun erreicht haben. Dabei handelt es sich nicht etwa um einen einzelnen, markanten Felsen. Sondern vielmehr um eine riesige Felsgruppe, die wir nun erklimmen. Fortwährend führt der Weg bergauf und bergab, bietet zahlreiche tolle Aussichtspunkte und diverse Sitzmöglichkeiten.

Tatsächlich hat die Traumschleife Nahe-Felsen-Weg auf ihrer zweiten Hälfte einen ganz anderen Charakter als auf der ersten. Der Abstieg am Gefallenen Fels ist teilweise sogar seilgesichert.

Dank der zahlreichen Wegweiser wissen wir, dass wir uns auf einem Teilstück des beliebten Mehrtageswanderwegs Saar-Hunsrück-Steig befinden. Und dieser trägt nicht umsonst den Namen „Steig“ in sich, was wir vor einigen Jahren schon auf den Etappen 1-5 vom Saar-Hunsrück-Steig im Saarland haben erleben dürfen. Und auch damals schon waren viele Stellen mit einem starken Seil gesichert.

2.3.4 Highlights Nahe-Felsen-Weg: Burg Bosselstein, Schloss Oberstein, Felsenkirche

Die interessantesten Highlights hatten wir uns für das Ende des Weges aufgehoben. Wegen Felssicherungsarbeiten jedoch war es leider nicht möglich, die Burgruine Bosselstein zu besichtigen. Dafür jedoch ist es problemlos möglich, Schloss Oberstein zu besichtigen. An Wochenenden ist hier auch ein Restaurant geöffnet und lädt zu einer Einkehr ein.

Detaillierte Informationen zum Schloss Oberstein findet ihr im Sightseeing-Tipp Schloss Oberstein. Vom Schloss aus führt ein steiler Weg hinab zur berühmten Felsenkirche. Auch diese stellen wir euch in einem separaten Sightseeing-Tipp Felsenkirche ein wenig genauer vor.

Wer vom Ortskern Obersteins bergauf zum offiziellen Startpunkt Schlossweiher wandert und die Tour auch wieder im Ortskern beendet, sollte ca. 5 Stunden Gehzeit einplanen.

2.3.5 GPS-Track Traumschleife Nahe-Felsen-Weg

2.4 Sehenswürdigkeiten in Idar-Oberstein: Felsenkirche

Die Felsenkirche gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Idar-Obersteins und ist ihr Wahrzeichen. Sie wurde Ende des 15. Jahrhunderts unter einem Felsvorsprung errichtet und ist auch aus der Ferne bereits bestens zu erkennen, da sie einige Meter oberhalb des Obersteiner Ortskerns errichtet wurde. Einige Meter über ihr wiederum befindet sich die Burgruine Bosselstein.

Die Burg wurde einst von Wirich IV. von Daun-Oberstein bewohnt und dieser ließ auch die Felsenkirche errichten. Im Laufe der Jahrhunderte nahm die Kirche immer wieder Schaden durch herabfallende Steine und Felsen. Auch Feuchtigkeit setzte ihr zu, sodass sie mehrfach renoviert werden musste.

Lange Zeit diente sie als Evangelische Pfarrkirche. Das Kirchenschiff ist relativ schlicht gehalten. Ins Auge fällt der Altar aus dem 14. Jahrhundert sowie die Kirchenorgel. Im Laufe der Jahrhunderte und im Rahmen der Sanierung stieß man auf seltene Funde, wie z.B. eine alte Taufschale, die nun in der Kirche ausgestellt sind.

Seit der letzten Sanierung in den Jahren 1980/81 dient ein in den Fels geschlagener Tunnel als Zugang zur Kirche. Die Felsenkirche kann im Rahmen einer ca. einstündigen, sehr informativen Führung besichtigt werden. Der Besuch der Felsenkirche sowie Schloss Oberstein kann hervorragend mit der Wanderung der Traumschleife „Nahe-Felsen-Weg“ kombiniert werden!

2.5 Sehenswertes in Idar-Oberstein: Schloss Oberstein

Oberhalb Obersteins thront das nicht zu übersehende Schloss Oberstein. Die Geschichte der mittelalterlichen Höhenburg reicht bis ins Jahr 1320 zurück. Von April bis November darf die Burg zu vorgegebenen Öffnungszeiten besucht werden. An Wochenenden darf dann auch in der Außengastronomie Platz genommen und die Aussicht auf Oberstein genossen werden.

Besichtigt werden können die früheren Gesellschaftsräume und vom Schloss aus habt ihr den vielleicht besten Blick auf die Stadt. Da sich der Betrieb der Burg sowie Gastronomie in erster Linie durch das Durchführen von privaten Veranstaltungen wie z.B. Hochzeiten trägt, sollten vorab online die möglichen Besuchszeiten gecheckt werden. Denn während solcher Veranstaltung ist der Besuch des Schlosses nicht möglich.

2.6 Sehenswertes im EdelSteinLand: Industriedenkmal Bengel

Idar-Oberstein ist nicht nur durch seine Edelsteine bekannt. Der Fabrikant Jakob Bengel gründete im Jahr 1873 seine Ketten- und Bijouteriewarenfabrik mitten in Idar-Oberstein. In den 1920er und 1930er Jahren galt die Fabrik als eine der führenden in der Produktion von Modeschmuck im Stil des damals populären „Art deco“. Eine Besonderheit: Statt eines Edelsteines wurde der Kunststoff Galalith verwendet. Die zwischenzeitlich fast 5.000 Mitarbeiter arbeiteten dabei häufig von zu Hause aus: In Heimarbeit wurden Ketten zusammengesetzt. „Home Office“, als es noch „Heimarbeit“ hieß.

Im Rahmen einer Führung erhaltet ihr zahlreiche Informationen über das Herstellen der Ketten und des Schmucks. Die meisten Original-Maschinen sind noch erhalten und einige werden während der Führung in Betrieb genommen. Im Laufe der Jahrzehnte lohnte sich die manuelle Produktion zunehmend weniger, sodass sie schlussendlich komplett eingestellt wurde. Das Produktionsgebäude ging in eine Stiftung über. Und fachlich bestens geschulte Mitarbeiter der Stiftung demonstrieren vor Ort, wie der weltweit vertriebene Schmuck einst hergestellt wurde.

Für Interessierte ohnehin ein Muss; aber auch für Personen, die sich mit einer solchen Thematik noch nie beschäftigt haben, sehr interessant und informativ. Der Besuch vom Industriedenkmal Bengel bietet sich also nicht nur als Schlechtwetter-Alternative oder zur Abkühlung bei heißem Sommerwetter an!

2.7 Top-Highlight EdelSteinLand Idar-Oberstein: Edelsteinminen Steinkaulenberg

Ja und wie ist das EdelSteinLand zu seinem Namen gekommen? Natürlich durch das in größeren Mengen Vorhandensein der beliebten Edelsteine. Selten sind sie, meistens hart und durchsichtig. Und da sie gut be- bzw. verarbeitet werden können, werden sie weltweit als Schmuckstücke geschätzt. Edelsteine gibt es weltweit in ca. 130-150 unterschiedlichen Mineralarten. Die Stadt Idar-Oberstein ist vor allem für ihre Achate bekannt.

In Europas einziger für Besucher zugänglichen Edelsteinmine Steinkaulenberg, wurden neben Achaten auch Bergkristalle, Amethyste, Rauchquarze und Kalkspate gefunden. Und das Beste: Diese Mineralarten könnt ihr in der Edelsteinmine Steinkaulenberg in Augenschein nehmen!

Mit einem Helm ausgestattet dürft ihr die Edelsteinmine Steinkaulenberg im Rahmen einer Führung besuchen. Für das Begehen der ca. 500 Meter langen Höhle könnt ihr ca. eine Stunde Zeit einplanen.

Besuch der Edelsteinmine Steinkaulenberg und Edelsteincamp

Dabei erfahrt ihr neben viel Sachwissen über die Steine an sich natürlich auch einiges über den mühevollen Abbau der Minerale. Ein Erwachsener benötigte z.B. für das Graben im Stollen und Absuchen eines halben Meter Gesteins gute 2 Monate. Häufig wurden auch Kinder zum Arbeiten in die Grube geschickt, weil sie mit ihren kleinen Händen die Filigranarbeit besser erledigen konnten als Erwachsene. In der Mine herrschen ganzjährig ca. 10-12 Grad Temperatur.

Wesentlich wärmer geht es dann spätestens beim Graben nach Edelsteinen im Edelsteincamp zu. Direkt am Gelände darf nach den seltenen Mineralen geschürft werden. Angedacht vor allem für Kinder, sollen aber auch schon häufiger Erwachsene dabei beobachtet worden sein, an der Goldgräberstimmung teilgenommen zu haben.

Der Besuch der Edelsteinmine Steinkaulenberg ist also sowohl für Erwachsene als auch für Kinder ein tolles Erlebnis, welches es so in ganz Europa ausschließlich im EdelSteinLand gibt!

3. Kulinarische Spezialität im EdelSteinLand: Spießbraten

Kulinarik-Freunde finden im EdelSteinLand eine ganz besondere Spezialität der Hunsrücker Küche. Mitte des 19. Jahrhunderts wanderten viele Einheimische, erfahren in Sachen Edelstein schürfen, nach Südamerika aus. Der Goldrausch eilte seinem Ruf voraus und so manch einer (ver-)suchte in Südamerika sein Glück. Diejenigen, die zurückkamen, hatten bei südamerikanischen Gauchos die Kunst des Bratens von großen Fleischstücken auf offenem Feuer gelernt. Und somit entstand in der Region die Tradition des Spießbratens auf offener Flamme.

Und in vielen Restaurants in Idar-Oberstein wird seitdem der für die Region typische Spießbraten angeboten. Satt könnt ihr dadurch durchaus werden: Das Gewicht einer „normalen“ Portion Fleisch liegt bei ca. 350 Gramm. Schwein, Lamm, Angus: Es mangelt nicht an Auswahl. Wem 350 Gramm (Mindestportion) nicht ausreichen: Es können auch größere Portionen bestellt werden!  Dazu gesellen sich Beilagen wie Feuerkartoffeln und Meerrettichsalat.

Unterkunfts-Tipp: Landgasthof Schuck

Während unseres Aufenthaltes haben wir gemütlich im Landgasthof Schuck genächtigt. Neben dem reichhaltigen Frühstück waren wir vor allem von den leckeren Hirschmedaillons am Abend begeistert. Praktisch: Die Bushaltestelle liegt praktisch direkt vor dem Eingang des Gasthofs und in wenige Minuten geht es zum Bahnhof nach Idar-Oberstein.

Wandern in Idar-Oberstein, Herrstein, EdelSteinLand: Unser Fazit

In und rund um Idar-Oberstein lässt es sich hervorragend wandern. Ergänzt wird das Wegenetz mit tollen Angeboten wie dem Besuch von Museen, dem Schloss Oberstein, der Edelsteinmine Steinkaulenberg. Uns hat es hier so gut gefallen: Wir sind davon überzeugt, das EdelSteinLand hat uns zwar zum ersten Mal gesehen. Aber sicherlich nicht zum letzten Mal!


* Dieser Beitrag wurde im Rahmen einer bezahlten Kooperation mit der Tourist Information EdelSteinLand Idar-Oberstein erstellt. Unsere geschilderten Erfahrungen entsprechen voll und ganz unserer Meinung.


 

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