Deutschland zu Fuß: 3442 km durch Deutschland wandern!

Einmal durch ganz Deutschland wandern: Enno Seifried aus Leipzig hat es getan!

Der Leipziger Regisseur Enno Seifried hat es erfolgreich geschafft: In 165 Tagen ist er auf 3.442 Kilometern einmal durch ganz Deutschland gewandert. Und darüber hat er jetzt sogar einen Film gemacht. „Wie kommt man auf so eine Idee“ fragt ihr euch jetzt vielleicht. Und genau die selbe Frage haben wir Enno auch gestellt.

Auf sage und schreibe 3.442 Kilometer Wegstrecke ist Enno Seifried bei seiner Deutschland-Wanderung gekommen!

Im ausführlichen jungwandern.de-Interview berichtet er über seinen Deutschland-Trip. Außerdem erfahrt ihr mehr über den Film dazu: „Deutschland zu Fuß: 3.442 km von der Nordsee bis zu den Alpen“! Wir wünschen beste Unterhaltung!




Hi Enno! Wie bist du auf die Idee gekommen, Deutschland zu Fuß zu erkunden? 

Hallo jungwandern.de-Team! Ich bin prinzipiell gerne draußen und in der Natur unterwegs. Reisen ist sozusagen eines meiner liebsten Hobbys. Die Idee zu Fuß durch Deutschland zu laufen schwirrte mir schon lange im Kopf umher.

Nachdem ich 2017 schon 700 Kilometer nur in der Harzregion gewandert bin, war ich dann endgültig neugierig auf den Rest von Deutschland und so reifte der Plan. Im Mai 2019 ging es dann los.

Wonach hast du den Streckenverlauf geplant, oder hat sich dieser spontan ergeben?

Eine Route hatte ich nur grob im Kopf. Ich malte mir ein spiegelverkehrtes „S“ auf die Deutschlandkarte und die Route war fertig. Unterwegs entschied ich dann von Woche zu Woche, wo genau mein Weg lang gehen sollte. Mich reizt eher die Spontanität auf so einer Reise, als vorher schon zu wissen, welchen Weg ich wann und wo genau laufen werde.

Zu Beginn der Deutschland-Wanderung geht es an der Nord- und Ostsee entlang.

Lieber halte ich mir das offen und überrasche mich dann unterwegs selber. Problematisch waren manchmal Wanderwege, die keine Wanderwege mehr waren und ich mich stundenlang mit meinen Wanderstöcken durch brusthohe Brombeersträucher und Brennnesseln arbeiten musste.

165 Tage unterwegs zu sein bedeutet auch, 165 Übernachtungen zu absolvieren, und sich zu verpflegen. Vermutlich bist du nicht jedesmal in ein schickes Hotel mit Vollpension eingekehrt. Wie hast du Unterkünfte und Verpflegung organisiert?

Nein Hotels mit Vollpension standen nicht unbedingt auf dem Tagesplan. Meistens schlief ich im Zelt unter freiem Himmel. Allerdings mindestens einmal die Woche bin ich dann doch in eine Unterkunft eingekehrt.

Geschlafen hat Enno meistens im Zelt.

Ich musste die Akkus für das Kamera-Equipment laden und die Freude über eine warme Dusche und ein vollgefedertes Bett waren dann auch sehr groß. Das genoss ich natürlich ganz heimlich, während ich allen erzählte, wie gerne ich doch draußen schlafe.

Wie war unterwegs die Reaktion anderer wenn du ihnen erzählt hast, du wanderst einmal quer durch Deutschland?

Die Reaktionen änderten sich mit der Zeit. Als ich am Anfang noch erzählte, ich sei schon 300 Kilometer gelaufen, war die Aufregung nicht so groß. Als ich dann irgendwann erzählte, es seien schon über 1000 und später 2000, sah ich doch meist in erstaunte Gesichter.

Viele sagten, dass sie so eine Tour auch gerne mal machen würden, nur leider nicht die Zeit hätten, so etwas zu planen und durchzuziehen. Das fand ich immer irgendwie traurig und dachte oft darüber nach wie wenig Zeit die Menschen doch haben, wirklich ihren eigenen Bedürfnissen und Träumen zu folgen.

Wie macht man das: 165 Tage auf seinen Freundes- und Bekanntenkreis zu Hause zu verzichten? Was war während der Zeit dein „größter Verzicht“?

Ich musste auf nicht viel verzichten, was mir so wichtig wäre, dass ich von Verzicht sprechen würde. Alles was man zum Leben braucht passt ganz entspannt in einen Rucksack und ich hatte mehrere Male Besuch von guten Freunden, die mich ein paar Tage begleitet haben, oder mit denen ich mir an einem festen Ort eine Auszeit nahm.

Der Spreewald lag auch auf der 3.442 Kilometer langen Wanderstrecke.

Das war dann richtig schön erholsam, die Pausen taten mir gut und ich konnte mich mal ohne Rucksack dem Sightseeing, an dem Ort wo ich mich gerade befand, hingeben.

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Bei 165 Tagen Wanderschaft gab es sicherlich Momente, in welchen du dir gesagt hast, „.. ich breche ab…“. Wie konntest du dich motivieren, den Trip durchzuziehen?

Die ersten Wochen hatte ich heftige Schmerzen, da meine Füße streikten und ich immer wieder Blasen bekam. Auch schlechtes Wetter hatte ich und es regnete schon mal eine Woche am Stück durch.

Ans Aufgeben dachte ich allerdings wirklich nicht einmal. Dazu machte mir das ganze trotz Regen oder zerstörten Füßen einfach zu viel Spaß. Und man sollte auch nie vergessen, was es für ein Privileg ist, solch eine Reise überhaupt machen zu können.

Mystisch schön: Das Elbstandsteingebirge!

Immer wenn ich daran dachte, wie gut es mir geht, dass ich dieses Vorhaben überhaupt in die Tat umsetzten kann, stimmte mich das einfach nur glücklich und aufgeben wäre das dümmste gewesen, was ich hätte machen können.

Nach zwei Tagen auf der heimischen Couch hätte ich mich wahrscheinlich in Grund und Boden geärgert. Man muss auch negative Momente einfach als positive Erfahrung sehen, dann geht es immer weiter voran.

Eindrücke hat du ja zu Genüge gesammelt. Was waren für dich drei eindrucksvollsten Momente auf der Tour? Was war das absolute Highlight?

Ich entdeckte viele, mir vorher unbekannte neue Landschaften und Gegenden. Wo es am schönsten war oder welches der eindrucksvollste Moment war kann ich nicht sagen, da die Unterschiedlichkeit der verschiedenen Landstriche, die ich durchwanderte genau das reizvolle an so einer Fernwanderung sind.

Die berühmte Moselschleife.

Die Nord- die Ostsee, die Mecklenburgische Seenplatte, die Uckermark, das Elbsandsteingebirge, der Thüringer Wald, der Pfälzer Wald, der Schwarzwald und nicht zuletzt die Alpen und all die schönen Landschaften die ich jetzt vergessen haben, überall ist es am schönsten und alles beeindruckte mich.

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Das absolute Highlight der Tour war die Tour an sich.

Und von welchem Ort warst du am meisten positiv überrascht?

Eigentlich steckt die Antwort auf diese Frage schon in der vorangegangenen Antwort. Deutschland ist sehr viel abwechslungsreicher, als manch einer vielleicht denken mag und ich wurde immer wieder positiv überrascht.

Welche positiven Erkenntnisse hast du aus deinem Trip mitnehmen können?

Ich musste unterwegs feststellen wie freundlich, aufgeschlossen und hilfsbereit doch die Menschen in diesem Land sind. Ich lernte wieder, dass es nur darauf ankommt, wie man aufeinander zugeht und nicht ob man zwingend gleiche Ansichten, Hobbys und Lebensentwürfe teilt.

Unter anderem traf ich auch Menschen, die mein Vorhaben im wahrsten Sinne des Wortes total sinnlos fanden. Doch auch diese Menschen waren sehr bemüht mich zu unterstützen, boten mir Getränke und Speisen an und erzählten mir von Orten wo ich mit meinem Zelt sicher niemanden stören würde.

Am südlichsten Punkt Deutschlands angekommen!

Das macht einem auch nochmal klar, dass diese ganzen Vorurteile gegenüber anderen Menschen, die wir tagtäglich mit uns herum schleppen und auch Fremdenhass und Rassismus einfach nur dumm sind. Man nimmt sich damit die Möglichkeit über den Tellerrand zu schauen und für sich selber neue Dinge und Ansichten kennenzulernen.

Ansonsten erwarte ich keine großen Erkenntnisse von so einer Reise. Neben dem Reisen liebe ich auch meine Wohnung, meine Couch und Netflix und gehöre auch nicht zu denen, die so eine Tour am besten barfuß machen, auf Selbstfindungstrip sind und der Gesellschaft abschwören wollen.

An der Nordsee gestartet, in den Alpen nach 165 Tagen und 3.442 Kilometern zu Fuß angekommen!

Jeder soll die Dinge angehen wie er mag und dabei sein Gegenüber akzeptieren. Die eigene Weltsicht ist nicht die einzig richtige. Meine ist es auf jeden Fall, dass es zu Hause genau so schön ist wie draußen im Wald. Vielleicht ist das ja auch eine Erkenntnis.

Hast du schon eine weitere Tour geplant und wenn ja, welche?

Der Kopf ist voll mit Plänen und Träumen. Allerdings spreche ich ungern über Taten, die noch nicht begangen wurden, deshalb verhalte ich mich jetzt mal ganz still und versuche nichts zu verraten, auch wenn es mir auf den Lippen brennt.


Wir bedanken uns bei Enno Seifried vielmals für das ausführliche Interview zu seinem neuen Film „Deutschland zu Fuß“.

Den Film dazu erhaltet ihr hier.

Sportschau-Moderatorin Julia Scharf im Interview!

TV-Moderatorin Julia Scharf berichtet von ihrer Liebe zum Wandern! (Foto: Mick Mazzei)

TV-Comedian Roberto Capitoni im jungwandern.de-Interview!

Auch der Quatsch Comedy Club-Moderator Roberto Capitoni ist gerne an der frischen Luft unterwegs. Warum der Italo-Schwabe Dank seiner bühnenerprobten Stimme u.a. einem Tollwut-Anfall entkommen ist und warum Wandern für ihn wieder sexy ist, das erfahrt ihr im ausführlichen

–> Interview mit Robert Capitoni!

Toller Comedian, tolle Tasse. Roberto Capitoni schlürft seinen Cappuccino demnächst aus einer jungwandern.de-Emailletasse!

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Seid ihr gut gerüstet für die nächste Wanderung? 

—> In diesem jungwandern.de – Bericht erfahrt ihr es! <—


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